23.11. Kreis-SPD träumt weiter von H2 in der Mobilität

Reinhard (Reinhard_info) on 23.11.2022

Ein Bericht in der Backnanger Kreiszeitung über die Position der SPD Fraktion im Kreistag zu Wasserstoff als Antriebsenergie in der Mobilität veranlasste mich zu einem Leserbrief "Kreisräte auf Sparkurs?".

Ein Bericht in der Backnanger Kreiszeitung über die Position der SPD Fraktion im Kreistag zu Wasserstoff als Antriebsenergie in der Mobilität veranlasste mich zu einem Leserbrief "Kreisräte auf Sparkurs?".

Hier geht es zum Bericht der BKZ über den Beitrag der SPD-Fraktion.

Mein Leserbrief:

Kreisräte auf Sparkurs?

Die SPD Fraktion mit Herrn Hestler an der Spitze steht immer noch für das Gegenteil eines Sparkurses. Bis heute unterstützen große Teile der SPD das Projekt Stuttgart 21, obwohl sich inzwischen deutlich zeigt, wie richtig die Kritiker dieses Projekts lagen. Statt wie 2009 vereinbart 4,5 Milliarden € werden die Kosten im März 2022 auf 9,8 Milliarden € geschätzt. (1)
Nun hat die Kreis SPD ein neues Projekt gefunden, indem unsere Steuergelder versenkt werden können, Wasserstoff in der Mobilität: "“Die SPD hat in ihre Fraktion überlegt,“ so Jürgen Hestler, "wo wir im Rems-Murr-Kreis gut unterwegs sind, wo wir weniger gut und wo über alternative Wege nachgedacht werden muss". Sehr gut unterwegs sei man als Modellregion für die Wasserstofftechnologie. "Wir haben da eine Vorbildrolle."“ Entgegen der Empfehlung des Sachverständigenrats der Bundesregierung (2), entgegen der Empfehlung des Umweltbundesamtes (3) und entgegen den Empfehlungen zahlreicher wissenschaftlichen Instituten will die SPD lieber den Empfehlungen der Gaslobby, vertreten unter anderen durch die CDU ex MdBs Peiffer aus Waiblingen (4) und Kaufmann (5) aus Stuttgart folgen.
Statt unsere Steuergelder in eine Wasserstofftechnologie für die Mobilität zu versenken, sollte der Kreis sofort mit dem Aufbau der Infrastruktur für hybride Oberleitungsbusse beginnen. Auch für die Wieslaufbahn wären hybride Oberleitungszüge die umweltfreundlichste und kostengünstigste Lösung für einen emissionsfreien Betrieb. Die direkte Verwendung von Strom ist gegenüber der ineffizienten Wasserstofftechnik deutlich kostengünstiger und sofort einsetzbar. Statt einseitig die Wirtschaftlichkeit des ersten Wasserstoffzuges der Verkehrsbetriebe Elbe-Weser zu betrachten, sollte der Kreistag sich auch die Wirtschaftlichkeit der hybriden Oberleitungsbusse in Esslingen zum Vergleich anschauen (6). Solange Landrat und Kreisräte weiter ihren Traum vom Wasserstoff träumen, wird das mit dem Sparkurs nichts werden.

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Quellen:

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Kosten_und_Finanzierung_von_Stuttgart_21

(2) https://muth-ah.info/pages/topics/25.6.-sachverstaendige-eindeutig-falsche-richtung.php

(3) https://www.umweltbundesamt.de/themen/verkehr-laerm/kraftstoffe/wasserstoff-im-verkehr-haeufig-gestellte-fragen#einleitung

(4) https://www.kontextwochenzeitung.de/gesellschaft/569/vom-nord-stream-2-fan-zum-top-berater-8016.html

(5) https://www.kontextwochenzeitung.de/wirtschaft/599/ohne-knallgasreaktion-8426.html

(5) https://muth-ah.info/pages/topics/21.9.-kontext-berichtet-ueber-den-h2-lobbyisten-kaufmann.php

(6) https://www.swe.de/de/News-room/Blog/Region-Gesellschaft/Region-Gesellschaft1/Schon-immer-e-Vergangenheit-und-Zukunft-der-Esslinger-O-Busse.html
     https://www.evb-wasserstoffzug.de/


Meine Frage an die Kreistagsfraktion der Grünen zum Thema:

Hallo Ihr zwei,

die von Herrn Hestler vorgetragene Position zur "Modellregion für Wasserstofftechnologie" war für mich Anlass, noch einmal auf die Fakten zum Thema hinzuweisen. Wann werden sich die Grünen von den wissenschaftlichen Fakten überzeugen lassen?

In der TAZ streitet jetzt die Wirtschaftsredakteurin Ulrike Herrmann für ein grünes Schrumpfen. Verfolgt Ihr diese Diskussion?
https://taz.de/Wachstum-und-Klimakrise/!5892098/

Ein besonders klimaschädliches Projekt in unserem Kreis, dass mir ein Dorn im Auge ist, ist die zweite Brücke für die B14 über die Murr. Weder die Stadtverwaltung noch die Kreisverwaltung sind bereit, angesichts der sich immer weiter zuspitzenden Klimakrise auf dieses Projekt zu verzichten. Wie positionieren sich die Kreisgrünen dazu?

Mit umweltfreundlichen Grüßen

Inzwischen hat die SPD Fraktion ihre Vorschläge in einen Antrag für den Kreistag formuliert. Deshalb schrieb ich ein weiteres Mitglied der Fraktion der GRünen an:

Hallo ...,

die SPD macht tatsächlich Ernst mit ihrem Traum von Wasserstoff im Kreis und stellt einen Antrag dazu im Kreistag.

Gerade habe ich ein WEBinar von Europe Calling verfolgt, eine Veranstaltung der Grünen. Wenn das, was dort von Ricarda Lang und Michael Bloss gesagt wurde auch in reale Politik umgesetzt wird, gibt es noch eine Chance, die Klimaschäden so klein wie möglich zu halten. Doch was die SPD im Kreis sich zum Ziel gesetzt hat, führt in ein Desaster. Ich bin gespannt, wieviele Grüne dem im Kreistag folgen.

Das WEBinar kannst Du vermutlich morgen bei Youtube finden:

https://www.youtube.com/results?search_query=europe+calling+webinar

Prof. Niklas Höhne trug sehr eindrücklich die wissenschaftlichen Fakten vor. Das hätten sich Hestler, Gruber und Co anhören sollen. Mit dem folgenden Link findest Du den neusten Report zur weltweiten Lage aus Sicht der Wissenschaft.

https://climateactiontracker.org/publications/

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